Supernova (Oder: 9-dimensionaler Schwachsinn)

91c3N5Z+YkL._SL1500_Jahr: 2000
Regie: Thomas Lee (Pseudonym von Walter Hill)
Laufzeit: 90 Minuten
Budget: 60-90 Mio. $

Der Inhalt kurz und knapp:

Manchmal hast du Pech, manchmal die anderen Glück. Die Crew des Lazarettschiffs Nightingale 229 folgt einem Notruf und springt dafür glatt 3000 Lichtjahre durch die Galaxie zum Mond Titan 37. Bei der Aktion wird nicht nur das Schiff schwer beschädigt, zusätzlich stirbt der Captain einen unangenehmen Tod infolge einer technischen Fehlfunktion. Obendrein droht die Nightingale auch noch durch den lokalen Stern zerstört zu werden, da sich dieser in einen Blauen Riesen verwandelt hat. In dieser Situation muss von der Erste Offizier Vanzant (James Spader) das Ruder übernehmen. Doch was war nun eigentlich mit dem Notruf? Vor Ort wird der Abenteurer Troy an Bord genommen (Peter Facinelli), der auf Schatzsuche war. Hierbei wurde Troy offenbar fündig, denn dieser hat ein seltsames Objekt gefunden. Dies möchte er zur Erde bringen und dort gewinnbringend losschlagen. Doch irgendwas schein faul am Fundstück und Troy, der besonders zutraulich zur Schiffsärztin Dr. Evers (Angela Bassett) ist…

Die Meinung:

Manchmal fragt man sich ja, was einen dazu bewegt hat einen bestimmten Film zu schauen. Nur durch Zufall bin ich auf „Supernova“ aus dem Jahr 2000 gestoßen, der gänzlich an mir vorbei gegangen war. Ein SciFi-Film mit einem Budget irgendwo knapp vor der 100-Millionen-Dollar-Marke, den ich nicht kenne? Obwohl es sich hier um mein Leib- und Magengenre handelt? Seltsam. Erstmals stutzig wurde ich bei dem Namen des Regisseurs Thomas Lee, der mir so gar nichts sagte. 90 Minuten Film und kurze Recherche später, wusste ich warum.

Denn bei Thomas Lee handelt es sich um ein Pseudonym, das Regisseur Walter Hill nutze. Jetzt gibt es nur wenige Gründe, warum sich ein Regisseur weigern könnte seinen Namen unter ein Werk zu setzen. So ist es hier dann auch das Offensichtliche – der Film ist seit Langem das Schlimmste, was ich mit ansehen musste. Das lässt sich an der Stelle nicht nur Walter Hill vorwerfen, denn neben ihm, rührten auch weitere Regisseure im Topf herum, u.a. Francis Ford Coppola.

Doch was macht den Film so schrecklich? Nun, vor allem wäre hier die völlig konfuse Handlung. Wenn man es genau nimmt, ist der Plot als solches eigentlich 08/15 Science-Fiction-Material, welches in der Form beileibe nicht das erste Mal erzählt wurde. So lässt sich die inhaltliche Nähe des zuvor erschienen „Event Horizon“ erahnen. Doch der Film schafft es die eigentlich simple Handlung derart umständlich und inkonsistent zu erzählen, dass ich als Zuschauer stellenweise nur noch den Kopf schütteln konnte. Hier macht sich wohl das nachträgliche Drehen von einzelnen Szenen und wildem Schneiden bemerkbar, großartig Sinn ergibt das Werk in seiner finalen Fassung definitiv nicht mehr. Den Oberklopfer bildet hier der 9-dimensionale MacGuffin, dessen Ausgestaltung so unglaublich stümperhaft daherkommt, wie ich es selten erleben durfte. Was soll das alles?

Neben dem miserablen Drehbuch (nach dem Schnittmasaker) störte mich vor allem das komplette Produktionsdesign. Wenn das hochauflösende Bild nicht etwas anderes vermuten lassen würde, könnte man meinen, der Film stamme aus den 70er Jahren. Die Requisiten, die Ausstattung am Set und generell altbackende SciFi-Elemente erzeugen den Charme eines Trashfilms. Alleine das Ende ist ein einziges Sci-Fi-Klischee… Man muss wirklich Fragen in was genau die zig Millionen geflossen sind, in die Ausstattung des Films definitiv nicht. Bestes Beispiel ist ein humanoider Roboter, der an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Auch die Effekte, besonders die im Weltraum, sind äußerst schwach. Das ging auch damals schon besser…

Wenn man überhaupt irgendetwas an dem Film positiv anmerken will, dann dass die Hauptdarsteller James Spader und Angela Bassett sich zumindest bemüht haben gegen das Drehbuch anzuspielen. Doch wo will man groß Glänzen, wenn einem das Drehbuch dumme Dialoge und unsinnige Szenen vorschreibt?

Ich kann jedem Fan des Genres nur raten einen großen Bogen um den Film zu machen, es sei denn man möchte einen unfreiwilligen Trashfilm, samt einiger Biere „genießen“. Ich hatte mir jedenfalls etwas ganz anderes vorgestellt und war beinahe beleidigt von diesem Machwerk. Was hätte man in diesen 90 Minuten schöneres machen können? Den letzten Wäscheberg wegbügeln, die überfällige Steuererklärung machen, eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt… Da fiele mir schon einiges ein!

Das Fazit (für Lesefaule):

Herrschaftszeiten. „Supernova“ ist mit Abstand der schlechteste Film, den ich seit langem gesehen habe. Besonders die Story hat es in sich, bzw. gerade eben nicht. Völlig abstruse Plotelemente wurden hier zusammengewürfelt, welche eine konsistente Handlung schlicht unmöglichen machen. Dabei versucht der Film einer 08/15-SciFi-Handlung zu folgen, verheddert sich aber selbst in den billigsten Wendungen. Dazu wirkt der Film in seinen optischen Elementen, den Requisiten, aber auch in zahlreichen billigen Science-Fiction Klischees, geradezu wie ein Trashfilm. Doch bei einem Budget von 60-90 Millionen Dollar ist dies nicht weniger als eine Frechheit. Selbst die an manchen Stellen bemüht wirkenden Hauptdarsteller, können aus diesem völlig unstimmigen Werk nichts mehr herausholen. Da treibt es selbst hartgesottenen Fans des Genres (zu denen ich mich zähle) die Facepalm ins Gesicht. Nein, nein, nein…

Wertung:

2.0

Trailer:

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2 Gedanken zu “Supernova (Oder: 9-dimensionaler Schwachsinn)

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