Stromberg – Der Film (oder: Dasss… öhh… läuft!)

81LrizuNTPL._SL1500_Jahr: 2014
Regie: Arne Feldhusen
Laufzeit: 123 Minuten
Budget: 3,3 Mio.€

Der Inhalt kurz und knapp:

Der Papa ist wieder da! Nachdem Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) es auf absurden Weg wieder einmal geschafft hat Chef der Schadensregulierung zu werden, steht nun das 50-jährige Firmenjubiläum der Capitol-Versicherung ins Haus. Doch der Papa hat wenig Lust auf etwaige Teilnehmer zu treffen, da er dort einige unliebsame Wegbegleiter der Vergangenheit vermutet. Doch sein Stellvertreter Berthold Heisterkamp (Bjarne Mädel), besser bekannt als „Ernie“, sieht das ganz anders und pocht darauf mit der Abteilung zur Feierlichkeit zur fahren. Als Stromberg jedoch erfährt, dass die Capitol-Leitung einen drastischen Personalabbau plant und er sich dringend beim Vorstand beliebt machen müsste, ändert er seine Meinung und macht sich samt Schadenregulierung auf nach Botzenburg. Es kommt jedoch wie es kommen muss und alles entwickelt sich völlig anders als erhofft.

Die Meinung:

Nach knapp 2 Jahren Stromberg-Abstinenz geht es nun also endlich weiter. Mit Hilfe einer sehr erfolgreichen Crowdfunding-Aktion, schafft der Bürö-Antiheld endlich den Sprung auf die große Leinwand. Doch wie bei so vielen Projekten dieser Art kommt zwangsläufig die Frage auf, ob Lurchi auch im Langformat überzeugen kann. Dazu kommt, dass gerade die 5. und letzte Staffel die Fans nicht mehr so richtig zu überzeugen wusste. Also, wie macht sich Bernd Stromberg volle 2 Stunden lang?

„Öhhh… DAS…läuft!“ – So konnte ein adäquates Fazit lauten. „Stromberg – Der Film“ hat bei mir sämtliche Erwartungen übertroffen. Der Film wirkt wie ein Best-Off der zurückliegenden Staffeln, bietet reichlich absurd-lustige Szenen in bester Stromberg-Manier und ist ein mehr als gebührlicher Abschied für den Papa. Die meiner Meinung nach beste Eigenschaft des 2-stündigen Stromberg-Fests ist eine wunderbare Feinabstimmung des Drehbuchs. Der eingefleischte Fan kann sich an den bekannten Hauptdarstellern, aber auch ein ganzen Fülle von Details erfreuen. Bekannte Nebendarsteller, Anspielungen auf die zurückliegenden Staffeln und aufgefrischte running gags. Doch auch für den Stromberg-Neuling sind die Szenen ohne weiteres nachvollziehbar und mit Sicherheit auch äußerst unterhaltsam – mit einer gehörigen Packung Fremdschämen.

Das liegt an den wieder einmal wunderbar ausgestalteten und auch gespielten Figuren. Vorne weg ein wieder einmal grandioser Bjarne Mädel, aber auch das übrige Cast macht einen tollen Job. Hierzu haben die Autoren die Charaktere noch einmal gezielt weiterentwickelt und die Hintergrundgeschichten weitergesponnen. Selbst die Nebencharaktere, die „Büro-Gesichter“ im Hintergrund, haben ihre kleinen, aber umso lustigeren Momente.

Ein kleines Detail am Rande, was mir äußerst positiv aufgefallen ist. Neben der bereits erwähnten Crowdfunding-Kampagne, bediente sich die Produktion einer eher lästigen Finanzierungsmethode – dem klassischen Product Placement. Doch so passend und lustig wie hier, kam mir diese Art der Schleichwerbung nur selten unter. Perfekt in die Handlung eingebaut und mit reichlich Witz – so würde ich mir Product Placement immer wünschen, dann wäre der Ruf dieser Methode auch sicherlich ein ganz anderer.

So viel Lobhudelei… ist denn wirklich alles Gold an Stromberg, dem Film? Naja.. wenn man nun überkritisch sein möchte, dann könnte man anbringen, dass der Film ein klein wenig zu lang wirkt und auch gerne noch etwas knackiger sein hätte können. Zudem fehlte mir ein wenig die Stromberg-typische Büroatmosphäre, da der Film fast ausschließlich außerhalb der üblichen Kulisse spielt. Doch sind das kleinere Befindlichkeiten meinerseits.

Tatsächlich ist „Stromberg – Der Film“ ein großartiges Stück unter den deutschen Komödien und einfach grandios geschrieben, gespielt und inszeniert. Dabei freut es mich wahnsinnig, dass der Film auch finanziell ein Erfolg geworden ist. Zum einen, dass es sich für die vielen, vielen Kleininvestoren ausgezahlt hat. Zum anderen aber auch, dass der Film beweisen konnte, dass deutsche Komödien auch ohne den Namen „Schweighöfer“ in Deutschland ihr Publikum haben. Ein würdiger Abschied für den Papa!

Das Fazit (für Lesefaule):

Der Papa macht das gut! Sehr gut sogar. „Stromberg – Der Film“ fügt sich nahtlos an die Serie an und macht sich deren Stärken zunutze, um diese dann 2 volle Stunden auszuspielen. Dabei ist dies nicht etwa eine reine Veranstaltung für den Fanboy, sondern auch etwas für den regulären Heimkino-isten. Die Gags und absurden Situationen ziehen und begeistern wieder einmal durch eine präzise Charakterarbeit und –studie. Hier dürften sich viele, wenn auch nur im Detail, an ihre letzte berufliche Weihnachtsfeier erinnert fühlen – Loriot, ick hör dir trapsen. Da ist auch die etwa zu hohe Laufzeit und die fehlende Büroatmosphäre zu verschmerzen. Somit verabschiedet sich Stromberg von seinen Fans – und das mit einem standesgemäßen Paukenschlag.

Wertung:

Eine 8,5 auf der nach oben offenen Fremdschäm-Skala.

8.5

Trailer:

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3 Gedanken zu “Stromberg – Der Film (oder: Dasss… öhh… läuft!)

  1. Ich fand den Stromberg Film auch super und er hat mir genauso gut gefallen wie die Serie selbst, auch wenn er abseits des Büroalltags gespielt hat. Aber gerade durch die wechselnden Locations wurde es auch irgendwie interessant und hatte das richtige Potential für einen Kinofilm für Fans der Serie als auch komplette Neueinsteiger. Wenn man mal schaut, was zum Teil für deutsche Filme in die Kinos kommen, frage ich mich ohnehin, warum man ausgerechnet für eine solche Erfolgsgeschichte wie Stromberg ein Crowdfunding brauchte, obwohl es ja zum Glück für die Crowdfunder selbst positiv ausgegangen ist und man Gewinn gemacht hat.

    1. Ja, das fand ich auch. Auch wenn mir das Büro ein wenig gefehlt hat, wurde die Story perfekt auf einen Film ausgelegt. Vielleicht war es sogar die bessere Entscheidung den Film außerhalb spielen zu lassen.
      Das man ein Crowdfunding brauchte ist wirklich traurig.. Aber auch gut, dass sich solche Projekte so finanzierne können. Ich bin da sehr dankbar. 😉

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