Mein Leben in 15 1/2 Songs

Gerade kommt das Blog wieder zum Leben, da flattert doch ein Stöckchen vor meine Haustüre. Bullion möchte von mir Songtitel wissen, die entscheidend in meinem Leben waren. Nach dem Studium seiner 25 Antworten, die er auf Anfrage von juliaL49 zusammengekramt hat, bin ich nun also an der Reihe. Nun, um es vorwegzunehmen, meine Liste verbinde ich weniger mit großen Ereignissen in meinem Leben. Vielmehr stehen diese Songs für wichtige Eckpfeiler meines Musikgeschmack und dem ein oder auch anderen Richtungswechsel. Man könnte sagen, dass dies meine Lieblingssongs der letzten knapp drei Dekaden sind. Nach reiflichem hin- und herüberlegen ist bei mir eine Liste mit 15 Titel (und ein halber als Zugabe) doch recht bunt gemischten Songs entstanden. Die Reihenfolge steht hierbei nicht für eine Skala, die Songs sind nach Erscheinungsjahr sortiert. Das sind nicht zwingend die Jahre in denen ich die Songs das erste Mal hörte, wobei dies bei fast allen Songs relativ gut passen könnte (aber nicht muss). Nun aber los, vielleicht findet sich der ein oder andere in der Liste wieder. Im Anschluss würde ich dann gerne die 15 (mehr oder weniger möglich) vom Zeilenkino und vom Review Corner hören.

1. I Wish it Would Rain Down – Phil Collins (1990)
Nach dieser Sortierung kommt Phil Collins direkt auf die Platz 1. Zufall? Im Grunde schon, aber ich bin seit eh und je großer Fan von „Genesis“, aber vor allem von Phil Collins. Es war tatsächlich recht schwer einen Song von Phil Collins auszusuchen, der exemplarisch in diese Liste gehört. Dieser gehört zu der Balladen-Sektion und ist wunderbar anzuhören und verleitet zum mitträumen. Toll ist übrigens auch das dazugehörige Video, das ich schon x-Mal gesehen habe, aber immer noch drüber lachen kann. Hinzukommt ein Eric Clapton, der die Gitarre gewohnt meisterlich bedient.

2. There Is A Star – Pharao (1994)
Tja.. hier auf Rang Nummer 2 eine Sünde aus ganz alten Tagen. Tatsächlich handelt es sich hier um meine allererste Single, welche ich damals auf einer schmucken CD erwerben durfte. Eine Euro Dance-Nummer als erste gekaufte Single? Da gibt es sicherlich schönere Geschichten, aber was soll ich sagen? Ich war jung und hatte das Geld. „Pharao“ ist mittlerweile (zurecht) vergessen, doch irgendwie musste der Song in die Liste.

3. Wonderwall – Oasis (1995)
Die Giganten des Britpops zogen auch nicht an mir vorbei, wobei hier das Veröffentlichungsdatum mit meiner Zeit als Fan ausnahmsweise mal nicht zusammengeht. Tatsächlich finde ich von Oasis auch nur eine Handvoll Songs wirklich gut, der hier hat es mir aber ganz besonders angetan. Im neuen Jahrtausend hörte ich den Song, und das dazugehörige Album, in einer durchgehenden Dauerschleife. Wohl auch einfach deswegen, da auf die Compact Discs nicht viel mehr als ein Album passte. Allgemein ist der Song aber auch einfach zu schön, um ihn bei ausgewachsenen Liebeskummer nicht zu zelebrieren.

4. Firestarter – The Prodigy – (1996)
„The Prodigy“ ist eine etwas seltsame Erscheinung, da auch sehr viele Fans anderer Genres die drei Engländer durchaus gerne hören – so geht es mir da auch. Die Mischung aus Electro (Drum and Bass) und instrumentalen Alternative-Elementen passt wunderbar und hat sich zunehmend weiterentwickelt und dem Zeitgeist angepasst. Hier hätte ich auch eine ganze Reihe weiterer Songs anführen können, doch blieb mir „Firestarter“ vor allem wegen dem Musikvideo im Kopf. Zu der Zeit hatte ich gerade MTV und VIVA für mich entdeckt und sah diesen wilden Farbenmix aus merkwürdigen Bildern – was zur Hölle? Sowas bleibt natürlich im Kopf hängen und ist deswegen meine erste Assoziation zu „Prodigy“.

5. Crawling – Linkin Park – (2000)
Linkin Park – die erste. Ja, was soll ich groß sagen. Linkin Park war und ist immer noch meine absolute Lieblingsband. Zwar habe ich zu den neuen Alben nicht mehr den Kontakt, aber zur Zeit von „Hybrid Theory“ und vor allem „Meteora“ gab es für mich keinerlei Konkurrenz. Die Mischung aus dem kraftvollen, aber auch melodischen Gesang von Chester Bennington und dem peitschenden Rap von Mike Shinoda war seinerzeit für mich eine Offenbarung. Bis heute ganz großes Kino!

6. Let U Go – ATB – (2001)
Mit diesem Song läutet sich ein kleiner Bruch in meinem bisherigen Musikinteresse ein, der jedoch erst wesentlich später durchschlagen sollte. Mit ATB verbinde ich die ersten Songs mit moderatem Electro Einschlag, die mir wirklich gefallen haben. Bei den Tracks von Andre Tannenberger, zumindest die „Radio Edits“, dominieren eher die ruhigeren Klänge und angenehmer, meist weiblicher Gesangsuntermalung. „Let U Go“ war zu meinen Schulzeiten fester Bestandteil meiner allmorgendlichen Fahrten zur Schule und wieder zurück. Insofern hat sich der Song gedanklich mit dieser Zeit verschmolzen.

7. Shadow On The Sun – Audioslave – (2002)
Hier eine geschickte Verquickung von Film und Musik. Generell habe ich sämtliche Studioalben „Audioslave“ rauf und runter gehört, der Song ist mir aber ganz speziell im Gedächtnis geblieben. Umso mehr, als sich Michael Mann dazu entschied diesem Track eine ziemlich prägnante Stelle in „Collateral“ zu gönnen, einem meiner absoluten Lieblingsfilme. Damit hat sich der Song gleich doppelt in meine Synapsen eingebrannt und ich fieber bei jedem Durchlauf des Films auf die Stelle mit den einsamen drei Wölfen hin.

8. Juneau – Funeral For A Friend – (2003)
Eine kleine walisische Band, die ich bei meinem ersten Besuch bei „Rock am Ring“ 2004 erleben durfte. Durch Zufall und durch ausreichend Freiraum im Line-up vor der passenden Bühne, machte die Band eine wahnsinnig gute Bühnenshow (damit meine ich nicht die Technik, es gab nämlich auch keine) und rockte ab der ersten Minuten los. Kaum nach dem Festival zuhause angekommen, besorgte ich mir die Alben und verfolge seitdem die Entwicklung der Band, die leider keinen allzu großen Durchbruch hatte. Schade, ich würde es den Jungs wünschen, ich bleibe jedenfalls dabei!

9. Numb – Linkin Park – (2003)
Linkin Park – die zweite. Dieses Mal die wohl bekannteste Ballade von der Band aus L.A. Unglaublich gut geschriebenes Stück mit Wechsel zwischen härteren und sanfteren Passagen. Ansonsten gilt das Gleiche wie bei „Crawling“ zusammengefasst.

10. Let Go – Frou Frou – (2004) – stellvertretend für den OST zu „Garden State“
„Musik? Das hier ist doch ein Filmblog!“ Dem Motto folgend muss ich zumindest einen OST in diese Liste einschmuggeln. Da erscheint mir „Garden State“ eine gute Wahl zu sein, ist das Meisterwerk von Zach Braff zugleich einer meiner Lieblingsfilme, als hat der Film einen wahnsinnig guten Soundtrack. Alleinbetrachtet sind die Songs solide, aber nicht wirklich überragend, doch im Zusammenspiel mit dem Film und den visuellen Szenen einfach nur großartig. Da kann sich der ein oder andere Film durchaus mal eine Scheibe, oder ein paar Noten, von abschneiden.

11. Tears Don’t Fall – Bullet For My Valentine – (2006)
Hier leider einer dieser Fälle – „erste 2 Alben super, danach dann eher so semi“. Bullet For My Valentine sind mir erst mit ihrem zweiten Album „Scream Aim Fire“ aufgefallen, dass ich als extrem gut geschrieben fand. Tatsächlich ist es eher eine ziemliche Kopie ihres ersten Albums „The Poison“, zwar ein gutes, aber eben eine Kopie. Doch was soll’s? Hat man eben zwei super Alben. Mein Lieblingssong ist ganz klar „Tears Don’t Fall“, dass sehr angenehm melodisch ist, gleichzeitig aber auch den Kopf in Bewegung versetzt.

12. An End Has a Start – Editors – (2007)
Wahnsinns Song, Album, Band und vor allem Sänger. Hier bin ich tatsächlich direkt auf das Erstlingsalbum bei Release aufmerksam geworden (2005 – „The Back Room“) und höre seitdem mit eher wachsender, als denn fallender Begeisterung die mittlerweile 4 Studioalben. Besonders charakteristisch ist die Baritonstimme des Leadsängers Tom Smith und die sehr lyrischen Texte, eine sehr spannende Mischung.

13. Jeffer – Boys Noize – (2009)
Hier ein Beispiel für meinen (bereits angekündigten) aufkommenden Geschmack für elektronische Musik. Das unangenehme an Electro ist die einfache Tatsache, dass der Großteil schlicht und ergreifend nicht gut ist. Vielleicht ist das bei jedem Genre so, gefühlt aber in diesem besonders schlimm. Finde ich dann und wann aber doch einmal einen wirklich guten Künstler, bin ich umso mehr gegeistert und die Tracks ziehen endlose Kreise durch mein Stammhirn. So ist es auch bei Boys Noize und vor allem bei diesem speziellen Track, den ich tagelang in Dauerschleife spielen ließ.

14. Suicide Mission – Jack Wall – stellvertretend für den OST zu Mass Effect 1-3
Ein Gaming Soundtrack? In so einer Liste? Irgendwie kam mir der Soundtrack zu den Mass Effect Spielen sofort in den Sinn. Besonders der Soundtrack zum zweiten Teil der Serie blieb mir sehr gut im Gedächtnis und dürfte der einzige Soundtrack eines Computerspiels sein, den ich am Stück und außerhalb des eigentlichen Spiels gehört habe. Die Serie rund um Captain Shepard ist atmosphärisch mit das dichteste, was ich je gespielt habe. Und da der Soundtrack ganz wesentlich dazu beigetragen hat, darf dieser nicht fehlen.

15. Make Believe – Donots – (2010)
Die Donots sollten in der Liste einfach nicht fehlen. Ich habe von der sympathischen Band aus Ibbenbüren keinen absoluten Lieblingssong, was aber auch nichts macht, da alle Alben Spaß und gute Laune bringen. Live ist die Band ebenfalls eine Wucht und das schon seit immerhin 20 Jahren. Das 2010er Album „The Long Way Home“, aus dem „Make Believe“ stammt, habe ich zum Release rauf und runter gehört.

15 1/2. Hey Brother – Avicii – (2013)
Zum Schluss dann noch ein halber Song. Ich hatte mich gefragt, welchen Song ich aus 2013 am besten fand. Herausgekommen ist dieser ziemlich bekannte von Avicii, dessen Beat im Refrain ich seit Monaten nicht mehr aus dem Ohr bekomme. Vielleicht nicht der künstlerisch anspruchvollste Song, aber immer wieder angenehm zu hören.

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7 Gedanken zu “Mein Leben in 15 1/2 Songs

  1. Oh ja, WONDERWALL und überhaupt OASIS fand ich eine zeitlang auch ganz groß. Britpop-Phase eben. Kann ich auch heute noch gut hören. FROU FROUs LET GO hat mich auch eine gewisse Zeit sehr intensiv begleitet, wie überhaupt der gesamte „Garden State“-Soundtrack. Eine schöne Liste! 🙂

    1. Freut mich, dass sie gefällt. 😉 War auch echt kompliziert sich so die wichtigsten Songs aus den mittlerweile doch einigen Jahren rauszusuchem. Aber eben auch ziemlich spannend für sich selbst. Hat Spaß gemacht, kann dir nur für das Stöckchen danken, wäre ich so sicherlich nie drauf gekommen.

    1. „The Prodigy“ find ich auch immer noch großartig, auch die neueren Sachen passen immer noch gut. Und ja, der Phil steht ohne Konkurrenz da. ;D Da hätte es noch soo viele Songs gegeben… immer diese kurzen Listen. 😉

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