The Muppets (oder: Reisen per Landkarte)

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Jahr: 2011
Regie: James Bobin
Laufzeit: 103 Minuten
Budget: 45 Mio. $
Academy Awards: Bester Filmsong (gewonnen)

Der Inhalt kurz und knapp:

Walter hat ein kleines Problem. Ein wortwörtlich zu nehmendes kleines Problem. Er ist klein, wächst auch nicht und sieht seinem Bruder Gary (Jason Segel) alles andere als ähnlich – Gary ist eine Muppet-Figur! Zusammen mit Gary „wächst“ Walter in Smalltown auf und unternimmt mit ihm einfach alles. Dazu gehört natürlich auch sich das abendliche Fernsehprogramm reinzuziehen, wobei es passiert. Walter sieht zum ersten Mal die Muppet-Show und hat, merkwürdigerweise, einen direkten Draht. Selbstredend wird er Kermits größter Fan.

Jahre später sind die beiden ungleichen Brüder erwachsen und fahren mit Garys Frau in spe Mary nach Los Angeles, um dort endlich die Muppet-Studios anzuschauen. Doch dort angekommen bietet sich ein Bild des Schreckens. Die Muppets waren seit Ewigkeiten nicht mehr auf der Bühne, die Studios sind verfallen und ein raffgieriger Unternehmer will auf dem Gelände nach Öl bohren. Gary kann es nicht fassen und versucht Kermit davon zu überzeugen, etwas gegen diese Untat zu unternehmen. 10 Millionen Dollar müssen her, sonst ist alles aus. Doch woher das Geld nehmen? Es bleibt nur ein Ausweg – die Muppets müssen sich wieder vereinigen und es erneut auf der Bühne krachen lassen!

Die Meinung:

Nach mehreren Empfehlungen und einem, zum passenden Zeitpunkt, eintrudelnden Gutschein einer Online-Videothek, konnte ich endlich „The Muppets“ nachholen. Obwohl ich selbst aus der Post-Muppets-Ära entstamme, habe ich als Kind die Wiederholungen zig mal gesehen und kann bis heute mehr oder  minder die gesamte Truppe beim Namen nennen. Doch in den letzten Jahren ist es auffallend ruhig um die Muppets geworden, stammt der letzte Kinofilm aus dem Jahre 1999 und flog bisher komplett unter meiner Wahrnehmungsschwelle hinweg. Diesen untragbaren Umstand nicht mehr aushaltend, pushte Jason Segel, bekannt aus „How I Met Your Mother“, die Idee eines neuen Films durch die Gremien bei Disney. Schlägt sich der Film also wie ein schmackhaftes Smørrebrød oder kracht er in den Orchestergraben wie Gonzo?

Definitv die erste Variante! „The Muppets“ ist ein Film mit tollem Witz, liebevoll geschriebenen Drehbuch und toll inszenierten Muppets. Besonders toll fand ich hierbei den Humor, der zwar manchmal sehr albern auftrumpft, aber oftmals interessant mit dem aktuellen Geschehen im Film spielt. Viele Witze drehen sich um den Film als solches und spielen mit den Erwartungen des Zuschauers – eine Art des Humors, die mir schon immer sehr gefallen hat. Darüber hinaus fallen immer wieder Anspielungen auf die zurückliegenden Jahrzehnte und die Entwicklungen der Muppets über die Zeitspanne hinweg. Somit bietet der Film für jüngere, aber auch für ältere Zuschauer viele tolle Momente.

Eine weitere tolle Stärke des Films sind die Auftritte unzähliger Stars. Jack Black, Jim Parsons, Neil Patrick Harris, Sarah Silverman, Dave Grohl, Zach Galifianakis, und, und, und. Zahlreiche Cameo-Auftritte fielen gar dem Schnitt zum Opfer. Toll zu sehen, dass sich derart viele bekannte Gesichter einen Platz in dem Film gesichert haben, weil sie mit Sicherheit eine besondere Beziehung zu diesem stoffigen Ensemble haben (Nein! Es wird sicherlich nicht um Geld gegangen sein. Wer so etwas denkt ist ein schlechter Mensch!)  Schade bei dieser Fülle an Auftritten ist, dass leider einige Muppets völlig untergehen. Der schwedische Koch zum Beispiel oder Dr. Honigtau Bunsenbrenner haben leider gar nix zu melden… ebenso wie mein persönlicher Favorit Rowlf. Naja, vielleicht das nächste Mal.

Wenn es an „The Muppets“ etwas zu kritisieren gibt, sind es definitiv die Musical-Passagen. Zu Beginn in Smalltown noch zur Szenerie passend, fangen diese an im weiteren Verlauf zu stören. Weder im englischen Original, noch in der deutschen Synchro haben mich diese überzeugen können und wirken stellenweise auch ziemlich deplatziert. Wenn die Muppets singen hat das vielleicht noch einen gewissen Charme, aber auf die Einlagen von Jason Segel und Amy Adams hätte ich durchaus verzichten können. Wesentlich besser hat der Einsatz der Popsongs gepasst, als Beispiel sei hier nur „We Built This City“ genannt. Davon hätte ich gerne mehr gehabt.

Das ist aber nur ein Detail. Insgesamt macht der Film Spaß und unterhält die volle Laufzeit, ich habe mich auf jeden Fall in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt und freute mich die Muppets mal wieder erleben zu dürfen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung von James Bobin, dessen nächster Muppets-Film schon 2014 im einem Kino des Vertrauens erscheinen soll.

Das Fazit (für Lesefaule):

Die Muppets sind zurück! Nach rund 12 Jahren Abstinenz von der großen Leinwand, ist die Truppe rund um Kermit, Miss Piggy und Fozzie Bär wieder im Geschäft. „The Muppets“ unterhält jung und alt, wobei letztere über Anspielungen auf vergangene Jahrzehnte lachen können und über einen Witz, der des Öftern auf einer Metawolke über dem Filmgeschehen umhertreibt. Etwas ungelenk kommen einige der Musical-Einlagen daher, deren Einsatz generell ziemlich gewöhnungsbedürftig sind. Dennoch macht der Film Spaß, sind die Figuren liebevoll abgestaubt worden und fügen sich in die heutige Zeit so nahtlos ein, als hätte es die 12 Jahre nie gegeben.

Wertung:

8mal Musik, bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht!

8.0

Trailer:

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7 Gedanken zu “The Muppets (oder: Reisen per Landkarte)

  1. Da ich die Musical-Einlagen mit das Beste am Film fand, hat er bei mir natürlich komplett gezündet. Ich fand ihn wirklich großartig und spiele seitdem mit dem Gedanken mir den Soundtrack zu holen. Muppets!

    1. Ja, der tiefere Sinn von Musicals erschließt sich mir generell nicht. 😉 Aber ansonsten hat der Film die volle Länge getragen und hat Spaß gemacht. Wie Rowlf sagen würde: „Haha… classic.“

  2. Rowlf war der erste Muppet, mit dem Jim Henson regelmäßig aufgetreten ist (in der „Jimmy Dean Show“) und – neben Kermit – Hensons Haupt-Muppet. Außerdem soll er ihm auch charakterlich sehr ähnlich gewesen sein. Deshalb hieß es erst, dass Rowlf nach Hensons Tod gar nicht mehr verkommen sollte, später, dass er nicht mehr sprechen solle. Nun hat er aber als Erinnerung an Jim Henson kleinere Rollen – und macht mich immer ein bisschen traurig.

    1. Oh, das wusste ich gar nicht. Das natürlich eine Erklärung… nunja, er hatte jedenfalls ne sehr lustige Stelle in der Montage, in der die Muppets eingesammelt werden. Finde Rowlf immer noch klasse.

      1. Ja, Rowlf ist auch meiner Lieblingsmuppets. 🙂 Mir hat der Film auch sehr gut gefallen (aber mit den Musical-Einlagen) und ich hoffe sehr, dass der nächste Film wieder diese Balance aus modern und nostalgisch hinbekommt.

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